Janet´s letzter Tag, der 21.11.2006 ........

Wie jeden Morgen sind wir um 6 Uhr aufgestanden. Um 6:50 Uhr kam sie runter und hat mit Ihrer Schwester Darleen gefrühstückt. Um 7 Uhr hat ihr Vater sie das letzte Mal gesehen und um 7:10 Uhr habe ich Janet und Darleen zur Schule gefahren. Ich hatte einen Arzttermin und  konnte Janet um 12:10 Uhr von der Schule abholen und ihr mitteilen, dass sie einen Bruder bekommt. Darleen hatte noch Schule. Janet hatte keinen guten Tag in der Schule, die letztee Unterrichtsstunde in ihrem Leben war nicht sehr toll. Als Darleen zuhause war, haben wir gegessen, ihre Uroma hatte für uns mit gekocht, weil ich wegen der Schwangerschaft viel liegen musste. Sie sah Janet dann das letzte Mal. Janet wollte sich bei uns gegen 15:00 Uhr mit ihrem Freund Andreas treffen, aber es kam anders. Andreas hatte sich einen Roller gekauft und hatte noch etwas zu tun. Janet rief daraufhin eine Freundin an und und sagt mir, dass sie sich mit ihr in der Stadt trifft. Ich ging noch mal in ihr Zimmer , sie weinte. Sie stand von Ihrem Schreibtisch auf, und wir umarmten uns zum letzten Mal. Ich sagte ihr, dass sie nicht traurig sein soll, es wird alles wieder gut. Gegen 15:30 Uhr kam sie ins Wohnzimmer und sagte: "Mom, ich fahr dann jetzt mit dem Bus, bis nachher." Ich sah ihr nach. Sie trug ihre neue Bench-Jacke, auf die sie so stolz war, schwarze Stiefel, eine Jeans und hatte wie immer eine Tasche über ihrem Arm. Nach einer Stunde rief sie mich an, dass sie jetzt zu ihrem Freund bei Kevin in die Garage geht. Die Jungs seien an Andreas neuen Roller. Ich fragte sie, wann sie nach hause kommt. Sie wusste es noch nicht, meldet sich, nicht zu spät.

Ihre letzte SMS auf mein Handy kam um 17:18 Uhr : "Ich geh noch mal nach Karstadt so lange ok bis nachher hdgdl Janet". Meine letzte SMS an Janet schickte ich um 17:22 Uhr. Nachher erfuhr ich das Janets Freundin gar nicht konnte, sie war sofort zu ihrem Freund gegangen.

Nach Karstadt wollte sie aber die Jungs riefen sie an, ob sie mit zum Mediamarkt möchte. Sie ist mitgefahren. Chris kannte sie erst seit kurzem, wir haben ihn nur einmal am Abend vorher bei uns gesehen. Ab 18:30 Uhr machte ich mir Sorgen, ich spürte, dass etwas nicht stimmte. Ich konnte sie nicht mehr erreichen, die Jungs auch nicht, wir riefen alle Freunde an. Um 21:00 Uhr erreichte ich endlich Andreas Mutter, mein Mann und Darleen saßen neben mir im Wohnzimmer. Die Mutter ihres Freundes sagte immer wieder : "Ich kann nichts sagen, es ist was schreckliches passiert". Mir wurde schlecht, ich wollte es nicht hören und dann hörte ich wie sie sagte: "Janet ist tot! Auf der Autobahn."

Ich werde diese Worte nie mehr im Leben vergessen. Ich schmiss den Hörer zu meinem Mann, weinte und schrie. Ich hatte meine Tochter Darleen im Arm. Ich lief ins Bad, wollte den Schlüssel nehmen und  zu ihr fahren. Aber wohin ? Darleen saß wie versteinert auf ihrem Sessel. Von offizieller Seite wussten wir noch nichts. Mein Mann versuchte von der Polizei etwas zu erfahren, keiner wollte was sagen. Wir liefen nach nebenan zu meinen Eltern ich schrie : "Unser Mäuschen ist tot unser Engel, sie ist tot !" Es war so furchtbar, uns allen wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. Mein Mann versuchte immer noch eine Bestätigung von der Polizei zu bekommen, nach einer Ewigkeit dann die offizielle Bestätigung der Polizei, Janet ist tot.

Wir konnten nicht zu ihr, sie lag allein in Köln in der Gerichtsmedizin. Wir wurden nicht gefragt und wir hätten doch bei ihr sein müssen, durften nicht. Unser Hausarzt kam vorbei. Alle weinten keiner wollte es glauben. Ich weiß nicht, wie wir die folgenden Tage geschafft haben. Wenn seelische schmerzen töten könnten, dann wären wir alle gestorben. Gegen 21:30 Uhr kamen 2 Polizisten und ein Seelsorger. Sie hatten es nicht früher geschafft, es war vorher noch ein schrecklicher Unfall und sie mussten zu vier Familien. Sie waren selbst tief erschüttert, dass wir es so erfahren hatten. Sie waren sehr ergriffen und sehr nett. Ich sagte zum  Seelsorger: Warum hat Gott das zugelassen ? Er schenkt uns neues Leben und nimmt uns unsere Janet, WARUM ? Er sagte, das war nicht Gott , es waren die Autofahrer, so was kann Gott nicht verhindern."